Bäume und Hecken am Leimbachufer in Wasenberg gerodet
Wasenberg ist ein schönes Dorf und hatte einmal einen wunderbaren Baumbestand, der von seinen Bewohnern wegen seines natürlichen Zustands als ein lebendiges Biotop mit zahlreichen Tieren und Pflanzen geschätzt wurde. Der dichte Bewuchs entlang des Leimbachufers entstand vor langer Zeit und war ein natürlicher Wetterschutz für den Ort.
So sah es schon im Jahr 1984 und bis zum 16. Dezember 2026 aus.

Im unteren rechten Bereich erkennt man den dichten Bewuchs des Feldbornweges aus Eichen, Buchen Weiden und Hecken. Unterhalb der Neustädter Straße über den Postweg und der Sportplatzstraße schlängelt sich die Leimbach mit ihrem dichten, natürlichen Uferbewuchs
Das änderte sich vom 16. bis zum 18. Dezember 2025
Die Gemeinde hatte einen Lohnunternehmer beauftragt der diesen Zustand, so wie es seit Generationen war, beendete. Der Uferbestand der Leimbach und der urwüchsige Baumbestand des Feldbornweges wurden gerodet. Ebenso um das Landschaftsschutzgebiet im Bereich der Kläranlage an der Leimbach und zwischen den Fischteichen und dem Ransrain.

Der Leimbach verläuft auf diesem Bild im unteren Bereich von Wasenberg. Den linken und rechten Uferbewuchs gibt es nicht mehr. Dieses Bild ist auf der HP der Kommune und wird nach § 59 UrhG und ff verwendet.
18. 12.2025, gegen 15:30, Gespräch im Rathaus
Man teilte mir mit, dass die durchgeführten Maßnahmen mit der Unteren Naturschutzbehörde abgesprochen seien.
- Nun wurde es Zeit, dass endlich einmal aufgeräumt wird.
- Als weiteren Grund nannte man mir die Verkehrssicherungspflicht.
Nach Ansicht der Kommune entsprechen die nachstehend geschilderten Handlungen den gesetzlichen Vorschriften.
Ich hatte vorher mit Anwohnern und anderen Mitbürgern gesprochen. Kein Einziger zeigte auch nur annähernd Verständnis für diese Aktion. Kann man sich dagegen wehren? Man hört nur: „Die machen doch sowie so was sie wollen“.
Diese Menschen sind enttäuscht und wieder einmal wird deutlich sichtbar wo die Schwerpunkte in dieser Kommune gesetzt werden.
Ab dem 18.12.2025 wurde zu allen bekannten Umweltorganisationen Kontakt aufgenommen und Fotos der durchgeführten Maßnahmen der Kommune übersandt. Die Rückmeldungen kamen schnell, verbunden mit ersten Hinweisen wie man mit den geschaffenen Tatsachen umgehen sollte. So gab es den Hinweis auf das UIG, das „Umweltinformationsgesetzt, Abschnitt 2 §2 Anspruch auf Zugang zu Umweltinformationen“ und auf die Broschüre — BZI9E9_R Hecken und Raine -.
Fazit: Neuanpflanzungen oder Ausgleichsmaßnahmen sind keine Lösung.
19.12.2025 Email an Bürgermeister Fritsch: Bis heute keine Antwortet!
Kontaktaufnahme mit der Unteren Naturschutzbehörde des Schwalm-Eder-Kreises. Zusendung von Informationen über die Handlungen der Gemeinde und des Lohnunternehmers.
13. Januar 2026: Besprechung am Festplatz um 15:00 Uhr
Einladung: Fr. Tegtmeier Untere Naturschutzbehörde SEK
Teilnehmer: G.W. Bürgermeister Luca Fritsch, Bauamtsleiter Martin Schultheis
Teilnehmer: Wasenberg: Heinz Heilemann und Bürger aus Wasenberg
Thema: Zerstörungen von Baum und Hecken in der Gemarkung Wasenberg. Vornehmlich im Ufergebiet der Leimbach
Vom 16. Bis 18. Dezember 2025 rodete ein Lohnunternehmer Im Auftrag der Gemeindeverwaltung große Baum- und Heckenbestände. Wasenberger Bürger sind über diese plötzliche Aktion betroffen und mehr als verärgert.
Da die Tatsachen nicht mehr zu ändern sind war es unser Anliegen, von der Gemeinde zu wissen, wie man in Zukunft solche Rodungen vermeiden kann. Denn über 250 Bäume, darunter abschnittsweise den gesamten Uferbewuchs der Leimbach mit Bäumen und Hecken ab der Wurzel zu roden kann nicht im Sinne der Bewohner, der Umwelt und des Klimaschutzes sein.
Der Bürgermeister entgegnete, dass die Maßnahmen aufgrund der Einschätzung eines zertifizierten Mitarbeiters der Gemeinde erfolgt sind! Die Bäume sollen krank gewesen sein.
Aufgrund der Beschreibungen in der Broschüre und den Publikationen der Umweltschutzverbände kann man sich nicht vorstellen, dass dieses Ausmaß an Zerstörung nötig war. Dem widersprach der Bürgermeister vehement. So werde man auch in Zukunft verfahren und die Maßnahmen nach den Vorschlägen des zertifizierten Mitarbeiters durchführen.
Deshalb muss man davon ausgehen, dass es auch in Zukunft solche ausgedehnten Aktionen gibt. Ist dann überhaupt noch ein Baum im Außenbereich vor dem zertifizierten Abholzen sicher?
Nach dem Wasserhaushaltsgesetz ist es den Eigentümern und Nutzungsberechtigten auf Gewässerrandstreifen verboten, standortgerechte Bäume und Sträucher zu entfernen.
Dieses Bild vom 08 November 2025 zeigt spielende Kinder in dem Bereich, der vom 16. – 18. 12.2025 gerodet wurde.

Am 18. Dezember suchten die Kinder an der gleichen Stelle vergeblich nach dem Uferbewuchs am Festplatz

Die Zerstörung des Uferbewuchs der Leimbach unterhalb des Postwegs
Auf diesem Bild sieht man den Lohnunternehmer unterhalb des Postweges. Gut zu erkennen ist die Hanglage. Hätte hier eine Gefährdung der Verkehrssicherungspflicht von den Bäumen ausgehen können?

Die Stümpfe der Bäume lassen aufgrund ihres Zustandes erkennen, dass man nicht von einer Erkrankung ausgehen kann, die eine Vernichten des Baumes rechtfertigen würde.

Insgesamt wurden 51 Weiden, in verschiedenen Alterststufen gerodet. Nur 2 Eichen blieben stehen.
Kann es im Sinne von Naturschutz, Artenvielfalt, Umweltschutz oder Verkehrssicherungspflicht sein ein funktionierendes Ökosystem, mit Bäumen, Hecken und dem gesamten dazugehörigen Unterbewuchs, mitsamt seinen Lebewesen zu vernichteten
Die Zerstörung des Leimbachufers, unterhalb vom Wasenberger Festplatz

Es wurden alle 40 Weiden und die dazwischen stehenden Hecken gehäckselt. Die auf dem unteren Bild zu erkennenden Baumstümpfe sind so kurz gesetzt worden, dass ein neues Wachstum unwahrscheinlich ist. Wenn hier Bäume umgefallen wären, dann hätten sie auf die Straße oder den freien Platz fliegen müssen um eine Gefährdung sein zu können.

Die schweren Erntemaschinen und Traktoren mit Anhängern für die Holzhackschnitzel, haben hier den westlichen Bereich der Leimbach so verdichtet, das der gesamte, für unser Klima besonders wichtige, sumpfige Teil des Feuchtgebietes schwer beschädigt ist. Der Lebensraum vieler Lebewesen in diesem Gebiet ist nicht mehr vorhanden und die Artenvielfaltskette ist unterbrochen.
Auf diesem Bild ist der markierte Bereich des Bildes von der vorigen Seite vergrößert abgebildet.
An den 5 verschiedenen Baumstümpfen ist zu erkennen, dass sich ein natürlicher Kreislauf mit verschiedenen Altersstufen entwickelt hat. Sie wurden gefällt weil sie angeblich krank waren.

Diese ökologisch besonders wertvollen Bäume werden von zahllosen Insekten besiedelt. Darunter Arten, die auf Totholz angewiesen sind. Bestimmte Käferarten finden hier alles was sie zum Überleben brauchen. Auch solche, deren Larven eine mehrjährige Entwicklung benötigen. Die Blätter der Weiden und ihre Blüten bieten Futter für verschiedene Insekten. Die Weidenkätzchen sind für Schmetterlinge und Bienen im Frühjahr die erste Futterquelle. Hohlräume benötigt der Steinkauz und Höhlenbrüter wie Rotschwanz und der seltene Wiedehopf als Unterschutz und Nistplatz.

Die Zerstörung des Feldbornweges
Das untere Bild, aus dem Jahr 2025, zeigt den Eingang zum Feldborn. Es ist der Weg, der an der Neustädter Straße, zwischen den Anliegern Hans Kaltschnee und Heinrich Riebeling, beginnt.

So sah ein funktionierendes, gewachsenes Ökosystem aus. Ganz vorne rechts steht der Stumpf einer abgestorbenen Weide. Sie war Teil eines Ganzen und kein Problem hinsichtlich der Verkehrssicherungspflicht aber sie wurde trotzdem zerstört.
Das unter Bild unten zeigt die gleiche Stelle im Sommer 2024


So sieht es heute aus. Links stehen noch 2 jungen Buchen, die auch auf dem unteren Bild zu erkennen sind. Von den beiden anderen Buchen und der Eiche sieht man nur noch den Stumpf, der Rest ist Hackschnitzel.

Hier nun die Stümpfe der Eiche und der Buche von dem o.a. Bild. An den Jahresringen kann man erkennen, dass sie ca. 30 Jahre alt sind. Von Krankheit keine Spur.

Das gerodete Gebiet zwischen den Fischteichen und dem Ransrain
war seit Generationen ein von der Gemeinde Wasenberg geschütztes Feuchtgebiet. Jährlich wurden die jungen Weidentriebe geschnitten und zu Besen, Körben und Möbel verarbeitet.

Es war die wirtschaftliche Grundlage für viele Familien. Hinter dem Holzlager befinden sich heute noch die jahrhundertealten Fischteiche. Aus Berichten von Zeitzeugen wurde überliefert, dass dieser Zustand schon zu Zeiten des Kurfürsten (mindestens vor 1866) der Fall war. Die Kommune, als Ergebnis der Kommunalen Gebietsreform von 1974 schafft es nun an einem Tag, dass zu zerstören, was über mindestens 5-6 Generationen Bestand hatte.
Die Schädigung unseres Ökosystems ist nicht wieder gut zu machen
Von Auswirkungen auf die CO2 Bilanz ganz zu schweigen. Wenn man vom Standort der allermeisten abgesägten Bäume ausgeht, kann man nur mit Phantasie vom Erfüllen einer Verkehrssicherungspflicht ausgehen. Diese steht unter dem Vorbehalt der Zumutbarkeit. Grundsätzlich gilt, dass eine vollkommene Gefahrlosigkeit mit zumutbaren Mitteln nicht erreicht werden kann.
Verkehrssicherungspflicht: In dem Urteil des Bundesgerichtshofes von 1965 heißt es: „… Allerdings kann nicht verlangt werden, dass eine Straße völlig frei von Mängeln und Gefahren ist. Ein solcher Zustand lässt
sich einfach nicht erreichen.“ Und weiter „Es ist also nicht nötig, dass die laufende Überwachung
der Straßenbäume ständig durch Forstbeamte mit Spezialerfahrung erfolgt oder dass
gesunde Bäume jährlich durch Fachleute bestiegen werden, die alle Teile des Baumes abklopfen
oder mit Stangen oder Bohrern das Innere des Baumes untersuchen.
Bei der Bürgerversammlung kann es gewesen sein, dass von Pflegemaßnahmen gesprochen wurde. Aber dass man darunter Rodungen versteht, die man in Nordamerika „Clearcut“ nennen würde und hier mit „Baumpflege“ bezeichnet, das ist schon eine beachtliche Wortakrobatik.
Es ist wünschenswert, dass die Kommune in Zukunft stärker BUND und Nabu einschaltet und den Bürgerwillen nicht vergisst. Wenn Bäume gefällt werden, sollten an der gleichen Stelle neue gepflanzt werden
Heinz Heilemann, Wasenberg, den 13. Januar 2026